Geschichte des Hockeysports
Feldhockey ist das älteste bekannte Schläger- und Ballspiel: Eine Tafel aus einem Grabmal in Beni Hassan im Niltal (ca. 4000 v. Chr.) ist die früheste Darstellung eines Hockeyspiels. Aus der gleichen Zeit gibt es aber auch Belege von Schläger- und Ballspielen in China, Persien und bei den Azteken. Dabei ging es aber auch darum, nicht nur den Ball zu spielen, sondern auch den Gegner kampfunfähig zu machen
Auch in Europa gab es jede Menge Vorläufer des modernen Hockeyspiels:
Im 12 Jahrhundert erfreute sich in Frankreich eine Art Treibballspiel „Crosse“ oder „Hoquet“, (bedeutet Schäferstock) einiger Beliebtheit. Von „Hoquet“ dürfte sich das englische Wort Hockey abgeleitet haben.
In Irland wurde „Hurling“ gespielt, in Wales „Bandy“, in Schottland „Shinty“ - all diesen ist gemeinsam, dass zwei Mannschaften in einem abgesteckten Feld einen Ball in das Tor, den Kreis, oder Loch des Gegners befördern mussten. Mehr Regeln gab es nicht und trotz des rauen Charakters und seiner Härte wurde u.a. „Crosse“ auch in Klöstern gespielt.

Was im Mittelalter recht brutal begonnen hatte, wurde im 19 Jahrhundert in England zum modernen Hockeysport kultiviert.
1852 - Ältestes schriftlich erhaltenes Hockeyregelwerk: Die „Rules of Harrow“ enthielten elf Paragraphen, zum Beispiel über Spielfeldbeschaffenheit, Kleidung, Spielerzahl (30 pro Team), Schlägerlänge, hoher Stock, Verbot des Beinstellens etc.
1861 - Im Süden Londons wurde der erste Hockeyclub (Blackheat Football and Hockeyclub) gegründet. Man spielte auf einem offenen Gelände mit grob geschnitzten Holzschlägern. Zu damaliger Zeit kam man weitgehend ohne taktische Angriff- und Abwehraufgaben aus. Da Hockey damals nicht als Kampfspiel gesehen wurde, war es auch möglich dass Frauen den Sport ausüben dürften. Bald galt Hockey als „Damensport“.
1875 - Durch einen weiteren Londoner Club (Teddington) wurden die Regeln standardisiert und modernisiert, als wichtigste Neuerung wurde der Schußkreis eingeführt.
1886 - Gründung des ersten Hockeyverbandes: England Hockey Asociation (EHA).
In den folgenden Jahren wurde Hockey durch die brittische Armee in Indien, Pakistan und Australien verbreitet.
1901 - Hockey wurde durch den Sportlehrer Applebee an der Harvard Universität (USA) vorgestellt.
1908 - Hockey wurde erstmals olympisch (Herren) – nicht zuletzt deshalb, weil die Weltspiele in London zu Gast waren. Vier der sechs Teams kamen von der Insel, die beiden anderen aus Deutschland und Frankreich. Die Gäste sind chancenlos – es triumphiert England, auch gegenüber der britischen Konkurrent.
1924 - Während der Olympischen Spiele in Paris wurde der Welthockeverband FIH („Fédération Internationale de Hockey“) gegründet.
1927 - Gründung des Internationalen Frauenhockeyverbandes „International Federation of Women's Hockey Associations“ (IFWHA).
1928 - Bei den Olympischen Spielen in Amsterdam wurde Hockey zum fixen Bestandteil der Spiele.
1950 - Hallenhockey wurde erfunden. Eigentlich nur zur Überbrückung der Wintersaison vorgesehen, wurde es zu einem fixen Bestandteil der Sportart. Hallenhockey verbreitete sich hauptsächlich im mitteleuropäischen Raum (Deutschland, Schweiz, Österreich, Frankreich). Mit der Ausrichtung von Weltmeisterschaften wurde Hallenhockey auch in anderen Ländern populär.
1969 - Gründung des europäischen Hockeyverbandes (FEH=Fédération Européenne de Hockey).
Die größte Umwälzung im Hockey fand in den 70er Jahren statt. Der Charakter des Spiels ändert sich, die Anforderungen an Spieler und Material wurden drastisch in die Höhe geschraubt, das Spiel wurde ein anderes. Ablösung des Natur- durch den Kunstrasen.
1976 - Kampong Utrecht weihte den ersten Kunstrasen Hollands ein. In Limburg entstand fast zeitgleich die erste synthetische Spielfläche in Deutschland.
1980 – Premiere für Damenhockey bei den Olympischen Spielen von Moskau. Es war auch das bisher einzige Mal, dass ein österreichisches Damenhockeyteam bei den Olympischen Spielen teilnahm. Die Herren vertraten Österreich bereits 1948 und 1952.
1983 - Die beiden Weltverbände (Damen & Herren) wurden zu einem einzigen verschmolzen – der “Federation International Hockey“ kurz FIH genannt.
1984 - In Los Angeles gewann Pakistan auf Kunstrasen gegen die Deutschen in der Verlängerung.
In den 90er Jahren brachte Fernando Ferrara eine in Europa bisher unbekannte Technik aus seiner argentinischen Heimat nach Italien mit. Dort war der Nationalspieler bei Cernusco in Mailand unter Vertrag. Es handelte sich um eine neue Art, die Rückhand zu schlagen. Aus einer sehr tiefen Körperposition schlug er den Ball mit der Kante des Schlägerschaftes und beschleunigt seine Torschüsse so phänomenal, dass sich diese Technik in Windeseile verbreitete. Die „argentinische Rückhand “ war geboren.
1996 - Die bis dahin gültige Abseitsregel (gleiche Regel wie beim Fußball) wurde abgeschafft und somit das Hockey wesentlich moderner sowie schneller - und auch einfacher, da die Abseitsregel bis heute auch im Fußball nicht leicht zu erklären ist.
Die Holzschläger wurden mittlerweile durch solche aus Kunststoff ersetzt.
Immer mehr offizielle Turniere wurden veranstaltet. Und so gibt es neben den Olympischen Spielen auch Weltmeisterschaften, Kontinentalmeisterschaften (Europameisterschaften) sowie Klubmeisterschaften (Europacupbewerbe) der Meisterteams und der Cupsiegerteams in verschiedenen Abstufungen, je nach Leistungsklasse. Im Hockey ist es üblich, solche Events in Turnierform auszuspielen, um sich die ständigen weiten Reisen zu ersparen.
Geschichte des Post SV Wien
Hockey wurde auf der Postsportanlage bereits in den frühen Dreißiger-Jahren gespielt, allerdings nahmen keine Mannschaften des Post SV an einer Meisterschaft teil. Zwischendurch wurde der Trainingsbetrieb wieder eingestellt, bevor 1939 die Sektion offiziell gegründet wurde. Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Sektion Landhockey zu einer der erfolgreichsten Abteilungen des Postsportvereines.

1951 begann mit der Erringung des ersten Staatsmeistertitels der Herren ein steiler Aufstieg. Die Staatsmeisterschaft konnte bis dato noch sechzehn Mal - neunmal in ununterbrochener Reihenfolge - geholt werden. Im Hallenhockey errang die Herren-Mannschaft des Post SV zehn Meistertitel. Die Damen konnten bereits siebenmal den Meistertitel nach Hernals bringen, die Jugend und die Schüler wurden unzählige Male Österreichischer Meister.
Gerade in den letzten Jahren erlebte der Hockeysport beim Post SV wieder einen großen Auftrieb. Durch die Errichtung eines eigenen Hockeykunstrasens auf dem Postsportgelände (2006) konnte nicht nur der Weiterbestand der Hockeysektion auf Jahre gesichert werden, sondern verzeichnet unser Club auch jährliche Zuwachszahlen an Mitgliedern in vorher nicht gekanntem Ausmaß. Vor allem im Nachwuchsbereich starten Jahr für Jahr viele Newcomer im Alter zwischen 4 (Kiddies) und 12 Jahren.
Das langfristige Ziel unseres Clubs ist das Nennen von zumindest einem Nachwuchsteam in jeder Altersklasse. Im Erwachsenenbereich wollen wir sowohl Spitzensport im Rahmen unserer Bundesligateams fördern, als auch Initiativen im Breitensport (Elternhockey, Seniorenhockey) weiterführen. Dem Bereich Schulhockey widmen wir seit dem Herbstsemester 2007 unsere Aufmerksamkeit. Seit einigen Jahren gehen wir neue Wege und versuchen Kinder bereits im Kindergartenalter durch Showtrainings in Kindertagesheimen von der Attraktivität des Hockeysports zu überzeugen.
Der Post SV versteht sich nach wie vor als reiner Amateurverein, der aber, um den Anforderungen des modernen Spitzenhockeys gerecht zu werden, nach und nach auf professionelle Unterstützung im Trainingsbereich setzt. Die drei F (Familie, lebenslange Freundschaften und gemeinsames Feiern der Erfolge) werden in der Hockeygemeinde des Post SV groß geschrieben, oftmals bereits in der dritten Generation. Derzeit spielen über 200 Aktive beim Post SV in allen Altersklassen. Im Februar 2009 trafen ein Großteil der ehemaligen und aktiven Hockeyspieler des Post SV bei einem Festakt zusammen, über 300 Gäste ließen bei der Veranstaltung im Foyer der Posthalle die Hockeysektion des Post SV hochleben.
Auch aus den österreichischen Auswahlteams sind unsere Athleten nicht wegzudenken, sowohl im Damen- als auch im Herrenbereich standen und stehen regelmäßig Spieler, die beim Post SV den Hockeysport erlernten.
Den letzten Staatsmeistertitel im Erwachsenenbereich
feierten die Herren des Post SV in der Saison 2005/2006, mit dem eine über 20
jährige Durststrecke beendet werden konnte.
Im Nachwuchs erringen die Teams des Post SV in der Saison 2008/09 insgesamt 8 Staatsmeistertitel, damit war der Post SV in dieser Saison der mit Abstand erfolgreichste Club in Österreichs Hockeyszene.
Hockey erlebte in Österreich in den letzten Jahren einen Aufschwung ungeahnten Ausmaßes. Nicht nur beim Post SV sondern auch bei den anderen Wiener Clubs entwickeln sich die Mitgliederzahlen erfreulich, auch in den Bundesländervereinen in Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark und dem Burgenland ist ein steter Aufwärtstrend zu bemerken.