Eduard „Ederl“ Scheibengraf 15.12.1940 -18.07.2020

19.07.2020 19:10 von Norbert Grüner

Eine Legende der Hockeysektion des Post SV ist am 18. Juli nach kurzer, schwerer Krankheit im 80igsten Lebensjahr für immer abgetreten. Als Jugendlicher kam er durch Franz Lovato zum HC Straßenbahn und entwickelte sich dort zu einem der technisch versiertesten Spieler seiner Generation. Im Jahr 1968 konnte er mit dem HC Straßenbahn sogar den Hallen-Meistertitel erringen. Zahlreichen Berufungen in das Österreichische Nationalteam leistete er gerne Folge.

Ederl lernte das Installateur-Handwerk und wechselte später in die Nationalbank, bei der er bis zu seiner Pensionierung als einer der vielen Hockeyspieler des Post SV tätig war.

Im Jahr 1975 wechselte er zum Post SV, wo er jahrelang die erste Herrenmannschaft verstärkte. Nach Beendigung seiner Karriere in der Ersten spielte er in weiterer Folge in der zweiten Herrenmannschaft mit jungen Spielern in der zweiten Liga.

Tochter Karin verstärkte über Jahre die Damen des Post SV, selbst Schwiegersohn Martin „Diego“ konnte er mit dem Hockeyvirus infiszieren.

Sein Herz schlug für die Nachwuchsspieler, sein Unmut gegenüber Schiedsrichtern war weithin bekannt. Als jugendlicher Mitspieler merkte man bald, dass hinter der rauen Schale – in der Kabine mit den Haudegen seiner Generation ging es manchmal doch recht grob zu – ein weicher Kern verborgen lag. Nicht selten wich dem grundsätzlich strengen Blick ein verschmitztes Lächeln.

Für Ihn konnten es nie genug seiner legendären „Hakerln“ sein. Es bereitete ihm selbst im reiferen Alter noch sichtbare Freude, wenn sein Gegner mehrfach ins Leere fuhr. Oft gab er seinen Gegenspielern sogar noch eine zweite Chance, nur um sie ein weiteres Mal zu versetzen. Auf dem Spielfeld als Gegenspieler nicht von allen geliebt, war er nach dem Spiel für die „dritte Halbzeit“ ein humorvoller Freund.

Edi war Teil einer eingeschworenen Mannschaft, die über Jahrzehnte zusammenspielte und privat wie am Hockeyplatz perfekt harmonisierte. Sonntag Vormittag beim „Kickerl“ in der Posthalle gingen gerne mal die Emotionen hoch, spätestens in der dritten Halbzeit bei Lizzy im Saunastüberl waren alle Streitereien längst vergessen.

Interesse für den Hockeysport zeigte er jahrzehntelang, nur selten ließ er das Arminen-Turnier im Januar aus, um sich mit seinen Freunden zu treffen, das aktuelle Hockeygeschehen zu beobachten und gewohnt kritisch die Leistungen zu kommentieren.

Zuletzt am Hockeyplatz sah man Ederl bei der 80 Jahre Feier am Postplatz – fast wie immer in Gesellschaft seines Bruders Walter. Radfahren und Tennisspielen waren seine sportliche Leidenschaft in den letzten Jahren, er blieb dem Sport somit auch im reiferen Alter eng verbunden.

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, wir werden ihn als geselligen, humorvollen und kinderliebenden Sportler und Freund in Erinnerung behalten!

Gitti Sedy&Clemens Rarrel

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